Grund- & Glaubenssätze

Es gibt einen breiten Konsens über die Grundsätze unter denen sich „neue Arbeitsformen“ am besten entwickeln und entfalten können.
Die Unternehmen die bereits in dieser Art aufgestellt sind haben sich zum Beispiel folgende Grund- und Glaubenssätze zu eigen gemacht:


Über Menschen

Menschen sind grundsätzlich gut.

Sie sind verlässlich, selbstmotiviert und vertrauenswürdig. Zumindest solange bis sie das Gegenteil bewiesen haben. Aber auch wenn einzelne gezeigt haben, dass ihre Absicht ist anderen direkt zu Schaden, so ist grundsätzliches Misstrauen allen anderen gegenüber unangebracht.

 

Alle Menschen sind einzigartig.

Jeder Mensch ist das einzigartige Produkt seiner Sozialisation, seiner Erfahrungen, Talente und Möglichkeiten. Dies bedeutet auch, dass das verhalten eines einzelnen nicht unbedingt mit dem eigenen oder erwarteten verhalten übereinstimmen muss.

 

Konflikte und unterschiedliche Wahrnehmungen sind zu erwarten.

Konflikte entstehen aus unterschiedlichen Wahrnehmungen und sind aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen und Erkenntnisse immer auch zu erwarten. Konflikte können helfen das gemeinsame Wissen und Verständnis zu vergrößern.
Inakzeptabel sind jedoch gewalttätige (verbale und non-verbale) Ausbrüche von Wut und Ärger.

 

Menschen wollen als Ganzes gesehen werden.

Bei jeder gemeinsamen Unternehmung geht es darum den ganzen Menschen Ganz zu sehen. Menschen die temporär eine Rolle einnehmen müssen, die ihnen nicht zu 100% entspricht können sich auch nicht vollständig für die Organisation oder der Unternehmung einbringen.

 

Menschen sind lernfähig und lernbereit.

Mit der richtigen Motivation kann jeder – sofern sein körperlicher Zustand dies erlaubt – zu jeder Zeit, sein Leben lang, neue Dinge lernen und sich aneignen.


Über Mitarbeiter

Alle Mitarbeiter sind kreative, wohlüberlegt handelnde, vertrauenswürdige Erwachsene, die fähig sind wichtige Entscheidungen zu treffen.

Verantwortung entsteht, wenn Vertrauen geschenkt wird. Dies gilt für alle Menschen, insbesondere für die, die zusammen an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

 

Alle Mitarbeiter sind für ihre Handlungen und Entscheidungen zuständig und verantwortlich.

Wohlüberlegt handelnde, kreative, intelligente  Menschen, die Vertrauen erfahren, können und wollen auch die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen.  

 

Alle Mitarbeiter sind fehlbar. Wir alle machen Fehler.

Niemand ist perfekt. Fehlern sind die beste Gelegenheit zu lernen und werden daher allen zugestanden und positiv kommuniziert. Erfolglos verlaufene Experimente sind eine gute Gelegenheit zu erkennen, in welchen Teilbereichen das nächste Experiment verändert werden kann. 


Zusammenarbeit (im innern und nach außen)

Die Wahrheit sagen

Die Wahrheit zu sagen, intern wie extern Klartext zu reden – auch wenn sie schmerzt und die Probleme der Organisation nach außen trägt – ist von immenser Bedeutung für eine zukunftsgerichtete Zusammenarbeit. Die Wahrheit vereinfacht die Kommunikation und beugt Missverständnissen vor – und sie ist, wenn man sich daran gewöhnt hat, fast ganz einfach auszusprechen.  

 

Fair sein

Fairness ist nicht nur eine Grundlage einer gut funktionierenden Gesellschaft, sondern auch die für gute und nachhaltige Zusammenarbeit. 

 

Versprechen einhalten

Versprechen einzuhalten ist eine wichtige Grundlage für Vertrauen und Verbundenheit. Es bedingt eine vorherige Kommunikation auf Augenhöhe um frei und ohne das Gefühl einer unterschwelligen Notwendigkeit eine solche Absichtserklärung abzugeben.

 

Gegenseitiger Respekt

Nur wer sich selbst respektiert kann auch andere respektieren und nur wer sich gegenseitig respektiert kann „Geschäft miteinander“ machen. Ob im außen oder im innern. 

 

Gemeinsame Neugierde

Offenheit für Innovation startet mit der gemeinsamen und geäußerten Neugierde. 


 

Motivation & Zielsetzung

Die gemeinsame Vision ist Fundament der notwendigen Verbundenheit – und entwickelt sich mit jedem neuen Beteiligten.  

Die gemeinsame Vision macht das Ziel der Anstrengungen emotional bedeutend. Sie gewinnt an Stärke und Bedeutung, wenn sie sich in der individuellen Zielsetzung jedes Beteiligten (Stakeholder) wiederfindet. Dabei entwickelt sie sich kontinuierlich durch eine fortlaufende Diskussion innerhalb der Organisation.

 

Alle Mitarbeiter wollen ihre Talente und Fähigkeiten einsetzen, um einen positiven Beitrag für die Organisation und die Welt zu leisten.

Das Gefühl der Selbstwirksamkeit und der Möglichkeit sich mit allen Stärken erfolgreich eingebracht zu haben ist einer der stärksten Motivatoren.  

 

Keine Leistung(sbereitschaft) ohne Zufriedenheit.

Um zufrieden zu sein, müssen wir motiviert sein. Um motiviert zu sein müssen wir unsere Arbeit verantworten können, um unsere Arbeit verantworten zu können, müssen wir verstehen warum und für wen wir arbeiten – und wir müssen frei in dieser Entscheidung sein.

 

Wert wird in in maximaler Nähe zum Kunden erzeugt. 

Die Mitarbeiter, die ganz nah am Kunden agieren kennen deren Bedarf und sind die zentralen Ansprechpartner, die sich um die Erfüllung dieses Bedarfs kümmern. Sie erwirtschaften den maximalen Wertbeitrag. Die Geschäftsführung und übrigen Mitarbeiter unterstützen dies bestmöglich.


Aufgaben

Trennung von Rolle und Person

Eines der Grundprinzipien der Selbstorganisation ist die Trennung von Aufgaben (Rollen) und Personen. In diesem Kontext haben Menschen keinen Job, sondern sie erfüllen eine Reihe von Aufgaben. Aus diesen setzt sich ihr Wertbeitrag für die Organisation zusammen. So können Aufgaben leicht von einer Person zu einer anderen verlagert werden, ohne an den Grundfesten der Arbeitsbeziehung oder der Arbeitsabläufe zu rütteln.

 

Zurückhaltung der Führung / des Coaches

Die Rolle des Coaches / der Führungskraft ist es sich zurückzunehmen und das Team, die Gruppe bzw. die Organisation selbst entscheiden zu lassen. Auch, wenn er/sie aus der eigenen Erfahrung Lösungen zu dem Problem einbringen könnte.


Fehler

Stolpern ist erlaubt

Wer gemeinsam schwierige Zeiten überwindet entwickelt mehr Resilienz und ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Auch wenn eine Führungskraft / ein Coach die Lösung eines spezifischen Problems kennt, hilft es dem Team mehr, wenn er/sie sich zurückhält und das Team bei der eigenen Lösungsfindung sowie der späteren Reflektion unterstützt. Zudem ergeben sich so neue Ansätze für alternative und ggf. bessere Lösungen.

 

Es gibt viele Wege Dinge „richtig“ zu machen

Es gibt keine echte Wahrheit und keine absolute Realität. Jeder hat in jeder Situation seine persönliche Wahrnehmungn der Realität und seine eigene Perspektive aus der heraus er/sie Entscheidungen trifft wie Dinge am effektivsten zu tun sind.


Einige dieser Grund- & Glaubenssätze mögen zunächst ungewohnt und irritierend klingen. Langfristig stärken sie jedoch die Selbstorganisation des Unternehmens, entlasten die Führung und machen es freier, unabhängiger und erfolgreicher.
Nehmen Sie sich Zeit und finden Sie eine Gelegenheit einen oder mehrere dieser Grundsätze – und wenn es nur eine Stunde lang ist – selbst anzuwenden.